Bootloader: HTC erhört Kritik

Der Bootloader, mit dem neuere HTC-Geräte wie das HTC Incredible S oder das Sensation ausgerüstet sind, sorgte bei zahlreichen Nutzern für Verärgerung. Denn im Gegensatz zu älteren Geräten sind die neuen Generationen mit einem geschlossenen Bootloader ausgestattet, der es nicht mehr erlaubt, eigene Software wie beispielsweise Android-Updates oder Hacks wie CyanogenMod7 zu installieren, sondern nur noch Installationen von HTC-Software ermöglicht. Nach einer Online-Petition teilte HTC nun mit, man habe die Kritik vernommen und werde sie überdenken.

Hier kommt ein klassisches Opensource-Problem zum Tragen: quelloffene Systeme erleichtern Missbrauch bei Nutzern, die den Quelltext nicht interpretieren können oder wollen. Die von Opensource-Verfechtern hochgehaltene Sicherheit durch eben den offenen Quelltext gibt es tatsächlich - aber nur dann, wenn man in der Lage ist, den Programmcode zu analysieren. Sony Ericsson beispielsweise, die selbst auf einen offenen Bootloader setzen, erklären, dass hiermit unter anderem auch eine Lücke geschaffen wird, die Raubkopien und Schadcode erleichtert.

Hier kollidieren unterschiedliche Interessen: auf der einen Seite stehen wirtschaftliche Interessen, die einerseits Programme schützen und andererseits auch für technisch unversierte Nutzer Sicherheit bringen sollen, dem gegenüber stehen die Interessen von Nutzern, die beispielsweise ihr Smartphone stets aktuell halten wollen - was mit Hersteller-Software nicht immer möglich ist. Erst vor Kurzem wurde erneut die laxe Update-Politik zahlreicher Hersteller angeprangert, die Tür und Tor für Schädlinge öffnet - laut Google sind 96 Prozent aller Android-Geräte nicht mit dem aktuellensten Betriebssystem ausgestattet, das zahlreiche Sicherheitslücken schließt. Es bleibt abzuwarten, ob HTC den Bootloader öffnen wird - eine endgültige Entscheidung gab das Unternehmen noch nicht bekannt.

Weitere Informationen zum Thema Handy findet ihr in der entsprechenden Kategorie bei uns in der rechten Navigation.

 

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